Neuauflage unseres Passionsspiels

Auch 2017 gibt es unser Passionsspiel "Ehe der Hahn zweimal kräht.." noch einige Male zu sehen. Die Termine gibt's unter dem Punkt "Termine" ;)

 

„Noch ehe der Hahn zweimal kräht wirst du mich dreimal verleugnen.“

Bis heute hat dieser prophetische Satz Jesu nichts an Brisanz verloren. Zu oft findet sich unser eigenes Handeln in diesen Worten wieder. Zu oft neigen wir selbst bedenkenlos zum Verrat am Anderen, aber auch an uns selbst, an unseren Idealen, wenn es darum geht, das Leben damit von Unannehmlichkeiten zu befreien. Auch Petrus musste das in jenen Tagen erleben. Selbst der Verrat, den Judas beging, war menschlicher Schwäche geschuldet. Doch Gottes Sohn ertrug sein Leiden nicht, um uns ein schlechtes Gewissen zu machen. Es geht nicht um Sühne, sondern um das Erkennen, wodurch man Schuld auf sich geladen hat. Darum, aus unseren Fehlern zu lernen.

Ein Beweggrund, sich dieses Themas anzunehmen, war, die Zeit vor dem größten christlichen Fest wieder etwas mehr in den Fokus zu rücken und, ähnlich dem Advent, eine Zeit der inneren Einkehr zu schaffen.

Deshalb haben sich Schauspieler, Musiker und Sänger aus Oberösterreich, Salzburg und Bayern zusammengeschlossen um ein szenisch / musikalisches Passionsspiel auf die Bühne zu bringen.

Anhand von fünf Protagonisten wird die Situation geschildert, die zur Anklage und Verurteilung Jesu geführt hat. Aufgrund von Missverständnissen entstandene falsche Hoffnung, das Streben nach Machterhalt, Furcht und Mutlosigkeit bereiten den Boden für das unausweichliche Schicksal.

Die Texte zeigen auf, wie aktuell die darin behandelten Themen auch heute noch sind und wie wenig sich in den Verhaltensmustern der Menschen seit damals geändert hat. Von spannungsgeladenen bis hin zu befreienden Melodien spannt sich der musikalische Bogen und entführt den Besucher in ergreifender Weise in das Geschehen jener Tage.

Neben dem freien Ensemble Wals unter der Leitung von Josef Kriechhammer (Autor und Regisseur in Personalunion und neben Johanna Dumfart und Reinhard Gusenbauer Mitinitiator) konnten das Gesangsensemble Mühlviertler Dreier, ein Auswahlchor des Linzer Musikgymnasiums unter der Leitung von Franz Obermair und Bläser aus dem Alpenraum, die sich zu diesem Anlass zusammengefunden haben, für dieses Projekt gewonnen werden. Um die aufeinanderprallenden musikalischen Gegensätze (Volksmusik und Kunstmusik) stilvoll miteinander verbinden zu können brauchte es einen Komponisten mit Gespür für beide Welten. Diese anspruchsvolle Aufgabe hat der junge Komponist Christoph Huber aus Oberösterreich geschickt gemeistert.

Mit 4 gelungenen Aufführungen in der Passionszeit 2016 und einer CD Produktion legte das Projekt den Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in den nächsten Jahren.   

 

Das Erlösende an der Passion ist, dass am Ende Verzeihen steht. So wie in unserem Leben nicht die Vergeltung, sondern das Vergeben im Mittelpunkt stehen sollte. „Liebet einander ebenso, wie ich euch stets geliebt.“ Diese Worte sollten uns den Weg weisen.